📍 Aomori (青森)
🗾 Präfektur Nr. 11: Aomori, Region: Tōhoku
📅 Reisezeit: 29.-31. Dezember 2024
Ein interessanter Fakt gleich zu Beginn: Diesen Beitrag schreibe ich gerade in Tokushima – auf meiner letzten großen Reise meines Japan-Jahres. Meine Winterreise nach Tōhoku, die mittlerweile acht Monate zurückliegt, war dagegen meine erste wirklich große Unternehmung. Zuvor hatte ich zwar schon Ausflüge nach Takayama, Tottori, Okayama und Wakayama gemacht, doch all diese Ziele lagen in relativ gut erreichbarer Distanz zu Osaka. Mit Tōhoku wagte ich mich hingegen auf ein deutlich höheres Schwierigkeitslevel. Welche Vorbereitungen ich dafür traf und welche Sorgen mich im Vorfeld begleiteten, darüber habe ich bereits im letzten Beitrag geschrieben.
Doch nun zu Aomori. Warum entschied ich mich ausgerechnet für Aomori als erstes Ziel meiner Tōhoku-Reise? Das erste Mal hörte ich von dieser Stadt – und der gleichnamigen Präfektur – tatsächlich schon um das Jahr 2016, als der Anime Flying Witch erschien. Dadurch erfuhr ich unter anderem, dass Aomori über einen eigenen Dialekt verfügt, der für Japaner aus anderen Regionen teilweise schwer verständlich sein kann. Außerdem wurde die Gegend dort als ruhig und ländlich beschrieben. Besonders faszinierte mich jedoch, dass Aomori nicht nur die nördlichste größere Stadt Honshūs ist, sondern auch diejenige, in der es innerhalb Japans angeblich am meisten schneit – und sie liegt näher an Hokkaidō als jede andere Stadt der Hauptinsel.
Schon lange hatte ich mir ausgemalt, wie ein Winter in einer japanischen Stadt wohl aussehen könnte. Als ich erfuhr, dass es in Aomori den meisten Schnee gibt, war für mich klar: Das möchte ich erleben.
Was daraus wurde, erzähle ich in diesem Beitrag.
Von Osaka nach Aomori – Stundenlang unterwegs im Feiertagsshinkansen
Am Morgen des 29. Dezember begab ich mich zum Bahnhof Shin-Osaka, von wo aus ich meine fast tausend Kilometer lange Reise antreten sollte. Ich war vorbereitet: Winterjacke und die neuen Winterschuhe, die ich am Tag zuvor bei ABC Mart gekauft hatte, hatte ich an. Während der Fahrt mit der Osaka Metro blickte ich neugierig auf die Schuhe der anderen Fahrgäste. Ob jemand wie ich Winterschuhe trug? Fehlanzeige. Die meisten trugen ganz normale Sneakers, vereinzelt etwas wärmere Modelle. Nichts deutete darauf hin, dass die Menschen in Osaka in nächster Zeit mit kaltem, schneereichem Winter rechneten – anders als ich, der in die schneereichste Stadt Japans unterwegs war.
Von Shin-Osaka aus ging es zunächst in Richtung Tokyo. Auf dieser Strecke fahren in kurzen Abständen viele Shinkansen mit zahlreichen Waggons – wahrscheinlich auch der Grund, warum ich trotz Feiertagszeit tatsächlich einen Sitzplatz ergattern konnte. Ohne Reservierung geht in dieser Zeit gar nichts; alle Plätze müssen gebucht werden, selbst wenn es sich nur um Stehplätze handelt, wie später in meinem Tohoku-Shinkansen. Trotzdem war auch im Shinkansen nach Tokyo spürbar, dass Feiertagszeit war: Der Zug füllte sich stetig, kaum wurde ein Sitz frei, war er sofort wieder besetzt. Unterwegs nach Tokyo konnte ich den Fujisan sehen – es war ein sonniger Tag, der Berg präsentierte sich in voller Pracht. Insgesamt war die Fahrt angenehm. Der Tokaido-Shinkansen fuhr die mir bereits bekannte Strecke: von Osaka über Kyoto, Nagoya und Yokohama bis nach Tokyo.
Doch am Bahnhof Tokyo herrschte das reinste Chaos. Menschenmassen, wohin man blickte – sowohl Japaner als auch Touristen, einfach viel zu viele. Ich ging davon aus, dass die Bahnsteige der Shinkansen nebeneinanderliegen, wenn man von einem Zug in den nächsten umsteigt. Klingt logisch? Pah, weit gefehlt! Nachdem ich aus dem Tokaido-Shinkansen ausgestiegen war, sah ich weit und breit keinen Tohoku-Shinkansen. Erst nachdem ich das Gleis verließ und durch das riesige Bahnhofsgebäude irrte, fand ich heraus, dass die Bahnsteige für die Züge Richtung Hokkaido, Tohoku und Hokuriku an einem ganz anderen Bereich lagen. Viel Zeit blieb mir nicht, und die Menschenmassen machten es auch nicht leichter. Doch schließlich erreichte ich meinen türkis-grün-weißen Hayabusa-Shinkansen.
Nun stand mir eine knapp vierstündige Fahrt bevor – und all diese Zeit würde ich im Stehen verbringen. „Was soll's, das halte ich schon durch“, dachte ich mir. Währenddessen beobachtete ich die Mitreisenden: Eine junge Frau, vielleicht sogar noch Oberschülerin, kümmerte sich fürsorglich um ihren offenbar dementen Großvater; Familien begleiteten ihre Kinder gemeinsam zur Toilette. Apropos Toiletten: Was mich in manchen Shinkansen immer wieder irritiert – manche Männertoiletten haben ein kleines Fenster, durch das man beim Vorbeigehen theoretisch hineinsehen könnte. Für mich ein absolutes No-Go.
Der Zug fuhr durch Bahnhöfe wie Omiya in Saitama, Sendai und Morioka – zwei Stationen, die später noch wichtige Ziele meiner Reise werden sollten. Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr änderte sich das Wetter. Während es in Kanto und im Süden Tohokus noch sonnig oder trocken war, wurde es ab Morioka in der Präfektur Iwate zunehmend bewölkt und verschneit. Bald fuhren wir durch weiße Winterlandschaften.
Nach fast sechs Stunden Fahrt von Osaka nach Aomori erreichte ich schließlich mein Ziel. Und schon beim Aussteigen merkte ich sofort: Jetzt hieß es aufpassen, nicht auszurutschen.
Der erste Eindruck von der verschneiten Stadt – Auf dem Weg ins Hotel
Vom Bahnhof Shin-Aomori musste ich zunächst zum Bahnhof Aomori fahren. Als ich das Hotel buchte, wusste ich noch nicht, dass es überhaupt eine Station namens Shin-Aomori gibt. („Shin“-Bahnhöfe stehen in Japan meist für Shinkansen-Stationen, wie in Osaka oder Kobe, oft gibt es dort aber auch Verbindungen mit normalen JR-Linien.)
Von Shin-Aomori gelangte man mit der Ōu-Linie zum Bahnhof Aomori. Diese Linie bestand aus ganz normalen JR-Zügen, die man nicht extra reservieren musste. Mit der Suica-IC-Karte konnte man problemlos fahren – aber ob auch meine ICOCA-Karte aus dem Kansai-Gebiet funktionierte? Um sicherzugehen, ging ich zum Midori no Madoguchi (wörtlich „grünes Fenster“, die JR-Ticketverkaufsstelle). Dort erklärte mir die Mitarbeiterin freundlich, dass auch meine ICOCA hier nutzbar war.
Der Zug stand bereits bereit, also stieg ich ein. Er war recht gut gefüllt, und ich stellte mich darauf ein, eine Weile zu stehen. Doch draußen sorgte der viele Schnee – der sogar am Zug klebte – für eine ganz besondere Stimmung. Verstärkt wurde diese durch die langsam einsetzende Dämmerung. In mir erwachte das innere Kind, das sich über das Wintermärchen draußen freute. Noch ahnte ich nicht, wie viel Schnee mich in der Stadt selbst erwarten würde.
Am Bahnhof Aomori angekommen, ging ich durch das Bahnhofsgebäude nach draußen und machte mich auf den Weg zu meinem Hotel, dem APA Hotel Aomori Ekihigashi. Nachdem ich die Straße vor dem Bahnhof überquert hatte, betrat ich die Innenstadt. Auffällig waren die überdachten Gehwege auf beiden Seiten der Straße – eine Art Einkaufsstraßen, wie ich sie zuletzt in Tottori und teilweise auch in Okayama gesehen hatte. Unterwegs begegneten mir die bekannten Kombinis – ein 7-Eleven und ein Lawson.
Mein Hotel sollte irgendwo in der Nähe liegen. Während ich die verschneite Winterstadt bestaunte, überwog schließlich doch der Wunsch, schnell einzuchecken und dann in Ruhe die weiteren Pläne für den Abend zu überlegen.
Das Hotel APA Hotel Aomori Ekihigashi - ganz ok für APA-Standarts
Da ich bereits gute Erfahrungen mit APA Hotels in Tokio und Tottori gesammelt hatte, entschied ich mich auch in Aomori wieder für eines – es sollte mein drittes APA-Hotel werden. Besonders das Haus in Tottori war mir positiv in Erinnerung geblieben: dort lief auf dem Hotelkanal regelmäßig das charmante Nami-Miko-Musical, und im Restaurant „Akari“ konnte man in angenehmer Atmosphäre sehr gut essen.
Das APA Hotel in Aomori fiel dagegen etwas bescheidener aus. Schlecht war es keineswegs, aber das Zimmer wirkte kleiner als in meinen bisherigen APA-Aufenthalten. Statt des Nami-Miko-Musicals lief hier ein kurzer Anime derselben Macher – nett, aber für mich nicht ganz so besonders.
Als Übernachtungsort war das Hotel jedoch durchaus gemütlich. Ein Restaurant gab es nicht, was für mich aber kein Nachteil war – schließlich erkunde ich auf Reisen gerne die lokale Gastronomie. Das Hotel bot alles, was man für einen angenehmen Aufenthalt braucht: nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Für zwei Nächte zahlte ich 13.527 Yen (knapp 80 Euro) – ein insgesamt fairer Preis. Doch so viel sei schon einmal verraten: Die beiden Hotels, die mich im weiteren Verlauf meiner Tōhoku-Reise erwarteten, hinterließen bei mir einen deutlich stärkeren Eindruck.
Ein verschneiter Spaziergang - erster Versuch, Aomori zu erkunden
Nachdem ich mich im Hotel etwas ausgeruht hatte, zog es mich hinaus. Es war zwar schon Abend und dunkel, doch hielt mich das nicht davon ab, die Stadt erkunden zu wollen. Viel würde ich wohl nicht mehr unternehmen können, aber einfach im Hotel zu bleiben, kam mir zu schade vor.
Also machte ich mich auf, die Straßen in der Nähe des Hotels zu durchstreifen. Schon nach wenigen Schritten fiel mir auf, dass längst nicht überall der Schnee weggeräumt war. In manchen Straßen türmten sich die Schneemassen meterhoch an den Rändern, sodass nur ein schmaler Durchgang blieb. Als ich die Mengen sah, traute ich meinen Augen kaum – ein völlig anderes Bild als das schneelose Osaka, das ich wenige Stunden zuvor verlassen hatte. So viel Schnee hatte ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Vielleicht zuletzt im Winter 2010 in Deutschland, und vergleichbar wohl am ehesten in meiner Kindheit in Sibirien. Es wirkte beinahe surreal.
Eigentlich hatte ich vor, bis zur Meerespromenade zu gehen, doch dieser Plan zerschlug sich schnell. Der Weg dorthin war nicht nur gesperrt, sondern auch komplett zugeschneit. Also lief ich planlos weiter – bis mich plötzlich ein hellgrün leuchtendes pyramidenförmiges Gebäude anzog. Es war das Aomori Prefecture Tourist Center, kurz ASPAM genannt. Dort gab es Souvenirshops, kleine Restaurants, sogar eine Aussichtsplattform. Doch als ich das Gebäude betrat, stellte ich fest, dass fast alles schon geschlossen war. Nur eine Bar oben auf der Spitze hatte geöffnet. Ich nahm mir vor, am nächsten Abend noch einmal herzukommen – doch wie sich herausstellen sollte, öffnete die Bar erst wieder, als ich Aomori schon verlassen hatte. Ein bisschen schade, aber vielleicht ein Grund für ein Wiedersehen.
Nach gut anderthalb Stunden Schneespaziergang und einem kurzen Zwischenstopp im Kombini kehrte ich schließlich ins Hotel zurück. So endete mein erster Abend in Aomori – verschneit, rutschig, aber voller Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse.
Ein Tag voller Schnee, Äpfel und ohne fahrende Züge
Am Morgen stellte sich mir die Frage: Was könnte ich an meinem einzigen vollen Tag in Aomori unternehmen? Da mein Hotel nicht weit vom Bahnhof lag, spazierte ich dorthin und überlegte, ob ich nicht einen Ausflug innerhalb der Präfektur wagen sollte. Besonders ins Auge fiel mir Hirosaki – eine Stadt, die bekannt für ihr Schloss ist, wohl das berühmteste in der gesamten Präfektur. Auf Fotos sah die Umgebung wunderschön aus, und die Idee, dorthin zu fahren, erschien mir sehr verlockend.
Als Japanisch-Lerner machte ich dabei eine interessante Entdeckung: Die Schreibweise von Hirosaki entsprach so gar nicht meinen Erwartungen. Ich hätte eher mit 広崎 gerechnet – also mit Kanji, wie man sie auch aus Hiroshima (広島) oder Nagasaki (長崎) kennt. Tatsächlich aber wird Hirosaki so geschrieben: 弘前. Das erste Kanji taucht häufig in Namen auf, hat aber keine besondere Bedeutung, während das zweite Kanji „vor, davor“ bedeutet. Ein kleines Detail vielleicht, aber genau solche Überraschungen finde ich beim Japanischlernen besonders spannend.
Doch aus dem geplanten Ausflug nach Hirosaki wurde nichts. Der Schnee legte an diesem Tag den gesamten Zugverkehr lahm. Die Ōu-Linie, die nach Hirosaki geführt hätte, war buchstäblich eingefroren. Ich wartete noch fast eine Stunde in der Hoffnung, dass sich etwas tun würde, doch vergebens. Schließlich beschloss ich, meinen Tag nicht mit Warten zu vergeuden und ihn stattdessen ganz Aomori selbst zu widmen – mit all dem Schnee, den Äpfeln und den kleinen Entdeckungen, die die Stadt bereithielt.
Mein nächstes Ziel war die Aomori Labridge, die unweit des Bahnhofs lag. Der Weg dorthin war zwar verschneit, aber gut begehbar – solange man aufpasste, nicht auszurutschen. Viele junge Leute, Familien und Pärchen spazierten in der Gegend, und fast alle hielten vor dem großen gelben „AOMORI“-Schriftzug, der selbst teilweise mit Schnee bedeckt war. Auch vor einem großen Steuerrad einige Hunderte Meter weiter wurde eifrig posiert. Weiterzugehen ab dort war allerdings kaum möglich, da der Weg zunehmend im Schnee versank. Während meines gesamten Spaziergangs war das weiß-gelbe Schiff Hakkōda Maru im Blick – ein ehemaliges Fährschiff, das heute fest am Hafen liegt und als Sehenswürdigkeit dient.
Wieder zurück bei den gelben Buchstaben entdeckte ich das Ocean’s Diner, ein kleines Café direkt am Wasser. Da ich noch nicht gefrühstückt hatte, entschloss ich mich, dort einzukehren. Auf der Karte fiel mir sofort ein „Aomori Hakkōda Wagyu Cheese Burger“ ins Auge. Der Preis von 2.170 Yen (ca. 12,60 Euro) war zwar nicht gerade günstig, doch ich dachte mir: Wann bin ich schon wieder in Aomori? Vielleicht wartete hier ja der beste Burger meines Lebens.
Ob es der beste Burger war, weiß ich nicht – aber definitiv einer der ungewöhnlichsten. Erst beim Essen bemerkte ich die kleine, aber entscheidende Besonderheit: Neben Rindfleisch, Käse und den üblichen Zutaten enthielt er auch Apfelbutter-Marmelade. Der Burger schmeckte dadurch leicht süßlich – typisch für Aomori, das in ganz Japan für seine Äpfel bekannt ist. Ich konnte dem Geschmack durchaus etwas abgewinnen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn ein zweites Mal bestellen würde. Dazu bestellte ich eine grüne Melon Soda, eine in Japan sehr beliebte Limonade, die ich inzwischen richtig liebgewonnen habe.
Gestärkt machte ich mich anschließend auf den Weg ins Wa Rasse Nebuta Museum, das dem berühmten Nebuta-Festival gewidmet ist. Vor meiner Reise hatte ich von diesem Fest noch nie gehört, umso beeindruckter war ich nun. In den abgedunkelten Räumen standen übergroße, leuchtende Figuren: Krieger mit finsteren Gesichtern, Shintō-Geister, Fabelwesen. Alles wirkte gleichzeitig bedrohlich und faszinierend. Auch die festlich geschmückten Wagen, die im Sommer durch die Straßen von Aomori gezogen werden, waren ausgestellt. Die Ausstellung war kompakt, aber eindrucksvoll.
Zurück im Hotel ließ ich die Einkäufe dort, machte eine kurze Pause und brach erneut auf. Diesmal wollte ich einen der nahegelegenen Schreine besuchen. Meine Wahl fiel auf den Hirota-Schrein. Um dorthin zu gelangen, musste ich in eine andere Richtung gehen als zu den Sehenswürdigkeiten, die ich bislang besucht hatte.
Der verschneite Schrein empfing mich mit zwei gekreuzten Japanflaggen am Torii. Am Brunnen, an dem man traditionell seine Hände wäscht, schwammen statt Wasser Aomori-typisch zahlreiche Äpfel, daneben eine Drachenstatue. Später stieß ich auf einen Inari-Schrein mit kleinen Fuchsstatuen. Die roten Torii im Schnee und die weißen Fuchsstatuen davor erzeugten eine ganz besondere Atmosphäre. Etwas weiter spannte sich eine kleine rote Brücke über einen zugefrorenen Teich. Unter den Besuchern, die mir begegneten, waren nicht nur Japanerinnen und Japaner, sondern auch zwei Touristinnen aus China. Der Schrein war zwar nicht berühmt, doch ihn im tiefen Winter zu erleben, war etwas Besonderes.
Langsam wich das allgegenwärtige Weiß des Schnees einem tiefen Blau. Runde um Runde umrundete ich die Plattform, und währenddessen verwandelte sich Aomori unter mir: aus einem hellen Wintertag wurde eine tiefblaue Winternacht. Etwa 45 Minuten lang blieb ich dort oben und sah der Stadt zu, wie sie in die Dunkelheit glitt.
Nachdem ich das ASPAM verlassen hatte, spazierte ich erneut in Richtung der Brücke. Am beleuchteten Steuerrad kam ich wieder vorbei, und die Hakkoda-Maru strahlte in der Dunkelheit in kräftigem Rot. Langsam wurde es Zeit fürs Abendessen. Auf meinem Weg durch die Stadt passierte ich erneut das Aomori-Monument, den Ocean’s Diner und das Wa Rasse Nebuta Museum – alles Orte, die ich schon Stunden zuvor bei Tageslicht gesehen hatte. Besonders rund um das Monument war der Boden so glatt, dass ich mich wirklich anstrengen musste, nicht auszurutschen. Irgendwie gelang es mir jedoch, meinen ganzen Spaziergang unfallfrei zu überstehen.

































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