Tottori - wo (außerhalb der Dünen) Touristen Exotik sind (#8)

Tottori-Sanddünen (Tottori Sakyū)

📍 Tottori (鳥取)
🗾 Präfektur Nr. 8: Tottori, Region Chūgoku
📅 Reisezeit: 19.–21. November 2024

Zwei Wochen nach meiner Takayama-Reise stand bereits die nächste an. Die Idee zu dieser Reise entstand durch mehrere Umstände. Mittlerweile glaube ich zwar, dass ich im Rahmen meiner Reisephilosophie ohnehin früher oder später nach Tottori gekommen wäre – doch im November 2024, als ich konkret über mein nächstes Ziel nachdachte, fiel meine Wahl bewusst auf diese Stadt.

Hier ein kleiner Hintergrund: Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen begaben sich als Klasse – fast wie auf einer Klassenfahrt – auf eine zweitägige Exkursion in die Präfekturen Shiga und Fukui. Ich entschied mich jedoch bewusst dagegen, gemeinsam mit allen zu reisen, und beschloss, stattdessen meine eigene Reise zu organisieren. Doch wohin sollte es gehen?

Ich war auf der Suche nach einem Ziel, das ich zeitlich und finanziell gut realisieren konnte – also nichts, was eine ganztägige Anfahrt oder teure Shinkansen-Fahrten erforderte. Schließlich hatte ich nur zwei Tage Zeit, bevor der Unterricht weiterging.

In der engeren Auswahl waren zunächst Matsue (Shimane), Okayama und Hiroshima. Doch alle drei Orte wären ohne Shinkansen kaum machbar gewesen, und die Unterkünfte in Matsue waren zudem recht teuer. Ich verschob diese Städte also auf ein anderes Mal.

Was blieb noch in Reichweite? Mein Blick fiel auf die Präfektur zwischen Hyōgo und Shimane, direkt am Japanischen Meer: Tottori – ein interessanter Name, geschrieben mit den Kanji für „Vogel“ und „nehmen“ (鳥取), was wohl so viel wie „Vögel fangen“ bedeutet. Vor meiner Recherche wusste ich über diese Präfektur wirklich gar nichts. Ich kann mich zwar nicht mehr genau erinnern, aber ich glaube fast, dass ich erst während meines Aufenthalts in Japan überhaupt zum ersten Mal von ihr gehört habe.

Wofür war sie wohl bekannt? Ich begann zu recherchieren. Ah, die Sanddünen – die berühmten Tottori Sakyū. Auf Fotos sahen sie beeindruckend aus. Im Sommer soll man dort sogar Kamele sehen können. Außerdem gibt es ein Sandmuseum mit riesigen Kunstwerken aus Sand – auch nicht schlecht. Solch eine Ausstellung hatte ich bis dahin noch nie gesehen.

Und so stand mein nächstes Ziel fest: Tottori. Während die anderen also durch Shiga und Fukui reisten, sollte meine kleine Reise mich an diesen eher unbekannten Ort führen.
Was daraus wurde? Darum geht es in diesem Beitrag.


Von Osaka nach Tottori

Ein weiterer Grund, warum ich mich für Tottori entschied: Es war leicht von Osaka aus zu erreichen – mit dem Tokkyū bzw. Limited Express Super Hakuto ganz ohne Umstiege, in etwa 2,5 Stunden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mich an einem Dienstagabend nach dem Unterricht zum Bahnhof Osaka nach Umeda begab. Es war noch hell, doch schon bald sollte es dunkel werden. Und genau so kam es – kurz nachdem der Zug abgefahren war, hüllte sich die Landschaft in Dunkelheit. Spätestens bei der Durchfahrt durch Kōbe war es Nacht.

Die Fahrt war erstaunlich gemütlich: WLAN, kaum Mitreisende, ein fast leerer Waggon. Draußen wechselten sich Dunkelheit und Lichter der vorbeiziehenden Städte ab. Ich saß entspannt, mit Musik in den Kopfhörern. Diese Fahrt hatte schon was. Ich erinnere mich auch jetzt noch manchmal daran; meine Zugreise an einem dunklen Novemberabend, irgendwo in Westjapan, auf dem Weg zu einem mir völlig unbekannten Ort namens Tottori. Was würde mich dort erwarten?

Kurzer Exkurs; Tottori befindet sich in der gleichnamigen Präfektur in der Region Chūgoku – damit war sie die erste Präfektur dieser Region, die ich besuchte. Bis dahin war die westlichste Stadt, die ich in Japan gesehen hatte, Himeji (bei meiner ersten Japanreise im März 2019). Tottori liegt nicht viel weiter westlich – geografisch jedoch am anderen Rand: Während Himeji am Pazifik, liegt Tottori am Japanischen Meer. Später erfuhr ich auch, dass Tottori zusammen mit Shimane die sogenannte San’in-Region bildet – den „schattigen“ Teil Chūgokus. Dagegen bilden Okayama, Hiroshima und Yamaguchi den „sonnigen“ Teil: die San’yō-Region

Nach gut zweieinhalb Stunden kam ich in Tottori an. Das Hotel, das ich gebucht hatte, war – nach meiner Tokyo-Unterkunft in Ikebukuro – mein zweites APA Hotel. Zwei Nächte kosteten mich 16.524 Yen (knapp 100 Euro) – also fast nur halb so viel wie zwei Nächte in Tokyo. Es lag ganz in der Nähe des Bahnhofs, was sehr bequem war.

Ich fand das Hotel problemlos, checkte ein und schaute mich im Zimmer um. Und ich muss sagen – es war super: endlich wieder ein eigenes Badezimmer (zuvor im Gasthaus in Takayama gab es nur zwei Toiletten für alle Gäste), ein breites Bett nur für mich. Ich erinnerte mich schmunzelnd an die Worte einer Kommilitonin, die am selben Morgen berichtete, dass sie bei der Klassenfahrt sich das Zimmer in Fukui wohl mit neun weiteren Personen teilen müsste. Da war ich nun wirklich nicht neidisch und genoss mein ruhiges, privates Hotelzimmer umso mehr.

Nach einer kurzen Pause beschloss ich, mir das Hotelrestaurant „Akari“ anzuschauen – ein Washoku-Restaurant, das lokale Spezialitäten anbot. Doch am ersten Abend hielt ich es klassisch und bestellte mir etwas, das ich bereits kannte: ein Oyakodon – ein Donburi-Gericht mit Reis, Ei und Hähnchenfleisch (nicht umsonst heißt es „Eltern-Kind-Schüssel“), dazu ein Coke Highball. Mein abendliches Reiseparadies war perfekt.

Danach: ein kurzer Abstecher zum nächsten Kombini, ein paar Snacks und Tee für den Abend, ein bisschen Fernsehen, ein paar YouTube-Videos – und irgendwann ging ich schlafen. Morgen würde das Abenteuer Tottori beginnen.

Ah und bevor ich es vergesse; In jedem APA Hotel gibt es einen Bildschirm mit Infos zum Check-in, Check-out, Restaurant usw. In der rechten unteren Ecke laufen auch Werbeclips oder kleine, teils lustige Videos. Eines davon ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen: das sogenannte „Nami-Miko-Musical“. Ich sah es zum ersten Mal im APA Hotel in Tottori. In diesem kurzen, minimalistisch gezeichneten Anime singt eine junge Frau namens Nami darüber, wie dankbar sie ihrer Katze Miko ist, die ihr immer wieder Massagen gibt. Doch plötzlich sagt Miko, dass sie – obwohl sie Familie sind – dafür nicht mehr umsonst arbeiten will. Und als die etwas überraschte Nami fragt, wie viel es denn kosten würde, antwortet Miko "いりません" (irimasen; sowas wie "brauche ich nicht"; dabei aber ein kleines Wortspiel, da das Wort irimasen "sen" beinhaltet, was soviel wie Tausend heißt) und macht damit klar, dass es nur ein kleiner Scherz war, wodurch Nami noch glücklich wird und davon singt, was für eine tolle Katze Miko ist und was für eine tolle Familie sie sind. Sehr herzerwärmend.

Mein Zimmer im APA Hotel Tottori Ekimae Minami, 19 November 2024

Blick aus dem Fenster im APA Hotel Tottori Ekimae Minami, 19 November 2024

Mein Abendessen nach der Ankunft in Tottori; Oyakodon, Miso-Suppe und Coke Highball, 19 November 2024

Nami-Miko-Musical in der unteren rechten Ecke

Das Abenteuer Tottori beginnt

Am nächsten Tag ging ich die Sache ganz entspannt an. Ich schlief bis etwa 10 Uhr, stellte mich nach dem Aufstehen unter die Dusche und trank anschließend in aller Ruhe einen Tee. Tottori war nach Takayama erst mein zweites neues Reiseziel, und damals war ich noch nicht so selbstbewusst, was das eigenständige Reisen betraf. Außerdem verfolgte ich zu der Zeit noch die Philosophie, eine Stadt möglichst zu Fuß zu erkunden – vor allem, wenn es keine U-Bahn oder ausgeprägten Nahverkehr wie in größeren Städten gibt. Mein Ziel war an diesem Tag klar: die Sanddünen von Tottori! Und danach, wenn möglich, auch noch die Ruinen des Schlosses Tottori.

Mein Hotel, das APA Hotel Tottori Ekimae Minami, lag – wie der Name schon verrät – am südlichen Bahnhofsausgang. Die berühmten Sanddünen lagen jedoch auf der anderen Seite der Stadt, im Nordosten. Vom Hotel aus hätte man etwa sieben Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen, um zu den Dünen zu gelangen. Zwar hatte ich zunächst in Erwägung gezogen, diesen Weg zu laufen, doch letztlich beschloss ich, zu recherchieren, ob es nicht doch eine bessere Verbindung gibt. Und tatsächlich: Es gab sie.

Ich machte mich also auf den Weg zur Bushaltestelle am nördlichen Bahnhofsausgang von Tottori. Schon bald fand ich den richtigen Bus – einen speziellen Linienbus, der direkt zu den Dünen fährt. Doch dann kamen die Fragen: Muss ich vorher ein Ticket kaufen? Kann ich meine ICOCA-Karte benutzen? Oder muss ich bar bezahlen? Der Gedanke, im Bus plötzlich nicht bezahlen zu können und dadurch womöglich als meiwaku (also „lästig“ oder „Umstände bereitend“) zu gelten, bereitete mir etwas Sorge. Also stellte ich mich innerlich und sprachlich auf ein kleines Gespräch mit dem Busfahrer ein.

Als der Bus schließlich eintraf, stieg ich – wie in Japan üblich – in der Mitte des Busses ein. Natürlich ging ich zuerst zum Fahrer nach vorne, um zu fragen:

„Ano, sumimasen. ICOCA ga tsukae...“ („Entschuldigung, kann man die ICOCA benu–“)

Tsukaenai!“ („Geht nicht.“)

Kurz, knapp, ein bisschen genervt – nicht gerade die Antwort, die mich beruhigte.

Etwas nervös begann ich daraufhin, das ganze Kleingeld in meinen Hosentaschen zu inspizieren. Die Hinfahrt sollte 380 Yen kosten (ca. 2,20 Euro). Noch während ich zählte, fuhr der Bus bereits los. Ich suchte hektisch die passenden Münzen zusammen, stellte aber mit Erleichterung fest, dass ich genug dabei hatte. Ich blickte mich im Bus um – außer mir waren scheinbar fast nur Einheimische unterwegs. Bei genauem Hinsehen entdeckte ich allerdings einen älteren Herrn, vermutlich aus Deutschland.

Die ganze Fahrt über beschäftigte mich nur eine Frage: Würde ich es schaffen, korrekt zu bezahlen? Ich wusste, dass man in japanischen Bussen vorne bezahlt, meist mit Münzen, und dass es oft auch einen Münzwechsler gibt. Als der Moment der Wahrheit kam, warf ich meine Münzen in die Box – ich hatte sie allerdings nicht exakt abgezählt und irrte mich außerdem in der Annahme, dass der gezahlte Betrag irgendwo angezeigt würde. Das war aber nicht der Fall. Um sicherzugehen, zahlte ich einfach etwas mehr. Der Busfahrer hatte keine Einwände, und so konnte ich einigermaßen erleichtert aussteigen.

Der Bus, mit dem ich zu den Dünen fuhr, Tottori, 20 November 2024

Die Dünen und das Sandmuseum

Der Zugang zu meinem Ziel – den Sanddünen – befand sich auf der gegenüberliegenden Seite der Bushaltestelle, an der ich ausgestiegen war. Schon vom Bus aus konnte man die Dünen erkennen. Ich überquerte die Straße und ging in ihre Richtung. Nach wenigen Hundert Metern wurden die Ausmaße der Dünen deutlich – sie waren riesig. Schon bald lief ich durch den Sand, der sich mit jedem Schritt mehr in meinen Schuhen sammelte.

Die Dünen waren gut besucht, doch ihre Weite und Breite sorgte dafür, dass sich die Menschenmenge fast verlor – die anderen Besucher wirkten klein und beinahe überschaubar. Zwischen den Sandhügeln erstreckten sich Täler, und gerade dort kam einem der Gedanke, man befinde sich mitten in einer echten Wüste. Nur wenn man sich umdrehte und die Gebäude am Rande der Dünen sah, wurde man daran erinnert, dass die Dünen doch nicht ganz so unendlich sind, wie sie erscheinen können.

Ich ahnte, dass sich hinter dem großen Hügel, auf den ich zulief, das Japanische Meer befinden musste. Also lief ich weiter – meine Schuhe füllten sich dabei weiter mit Sand, und die winzigen Silhouetten der Menschen auf dem Hügel wurden mit jedem Schritt größer. Das Hochlaufen war nicht extrem anstrengend, aber es erforderte durchaus ein wenig Ausdauer.

Oben angekommen, öffnete sich mir schließlich der Ausblick auf das Meer. Es schimmerte in schönem Blau, und rundherum waren nicht nur Sandhügel, sondern auch kleinere grüne Berge zu sehen. Ein wunderschöner Anblick. Ich war zwar schon an Stränden in verschiedenen Ländern gewesen, aber das hier war das erste Mal, dass ich Dünen und das Japanische Meer aus solcher Nähe sehen konnte – vorher hatte ich es nur einmal aus dem Flugzeug heraus beobachtet.

In diesem Moment erinnerte ich mich an den japanischen Filmklassiker „Die Frau in den Dünen“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Kōbō Abe. Ich fragte mich, ob der Film vielleicht hier in Tottori gedreht wurde – die Umgebung hätte gut gepasst. Eine spätere Recherche zeigte jedoch, dass der Film an den Dünen von Hamamatsu in der Präfektur Shizuoka entstand.

Ich blieb noch eine Weile in den Dünen. Der Blick vom Hügel hinunter auf das Meer und zurück über die weiten Sandflächen war atemberaubend. Nachdem ich mich sattgesehen hatte, machte ich mich langsam auf den Weg zurück – den Hügel hinunter, den Blick immer wieder zurück aufs Meer werfend, bis es hinter dem Sand verschwand. Nur wenige Hundert Meter entfernt wartete bereits mein nächstes Ziel: das Sandmuseum.

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024

Tottori-Sanddünen, 20 November 2024


Ich betrat das Museum und stellte schnell fest, dass sich die Ausstellungen dort regelmäßig ändern. Die Sandskulpturen sind also keine dauerhaften Exponate, sondern werden jedes Jahr im Rahmen eines neuen Themas vollständig ausgetauscht. Als ich im November 2024 das Sandmuseum besuchte, lautete das Thema: Frankreich.

Zu sehen waren beeindruckende Sandskulpturen der Kathedrale Notre-Dame de Paris, der Charaktere aus Les Misérables oder auch eine plastische Nachbildung des berühmten Gemäldes „Die Freiheit führt das Volk“ – alles meisterhaft aus Sand modelliert. Die Skulpturen wurden von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern geschaffen und sorgten in Kombination mit dem halbdunklen Ausstellungsraum für eine ganz eigene Atmosphäre.

Später erzählte mir meine Freundin, dass sie das Museum einige Jahre zuvor besucht hatte – mit ganz anderen Ausstellungsstücken. Sie erinnerte sich u.a. an eine Sandskulptur von Donald Trump. Meine spätere Recherche ergab, dass das Thema der Ausstellung im Jahr 2017 die Vereinigten Staaten von Amerika war – und dass es dort tatsächlich eine Trump-Skulptur zu sehen gab.

Die aktuelle Ausstellung (Stand: Juli 2025) widmet sich übrigens der japanischen Geschichte im Zusammenhang mit der Expo 2025 in Osaka, was sehr spannend klingt. Ich würde sie gerne sehen, bezweifle aber, dass ich in meinen verbleibenden zwei Monaten in Japan noch einmal die Gelegenheit haben werde, nach Tottori zu reisen.

Das Museum selbst war etwas kleiner, als ich erwartet hatte. Die meisten Werke befinden sich in einer großen Haupthalle auf einer Etage, von der aus man sie auch nochmal von einer oberen Galerie betrachten kann. Im Obergeschoss gibt es außerdem einen kleinen Souvenirshop – das war’s im Wesentlichen. Trotzdem war das Museum beeindruckend.

Notre Dame de Paris, Tottori-Sandmuseum, 20 November 2024

Les Miserables, Tottori-Sandmuseum, 20 November 2024

"Die Freiheit führt das Volk", Tottori-Sandmuseum, 20 November 2024

Blick auf die Exponate von der oberen Etage, Tottori-Sandmuseum, 20 November 2024

Ich lief noch eine Runde um das Museum herum – auch das war interessant. So entdeckte ich eine sogenannte „Glücksglocke“. Wer sie läutet, der soll angeblich glücklich werden. Ich zögerte einen Moment – nicht, weil ich nicht an Glück glaubte, sondern eher aus Sorge, etwas kaputt zu machen. Nachdem ich jedoch die Anderen beobachtet hatte, die die Glocke ganz selbstverständlich läuteten, beschloss ich schließlich, es ebenfalls zu versuchen. Die Glocke ertönte laut – hoffentlich bringt sie mir wirklich Glück, dachte ich schmunzelnd und ging weiter.

Vor der Glocke gab es außerdem einen kleinen Aussichtspunkt, von dem aus man einen ziemlich guten Blick auf die Sanddünen und das Meer hatte. Ich blieb dort noch einige Minuten stehen, bevor ich mich langsam auf den Rückweg Richtung Ausgang begab.


Die Dünen und das Meer hinter den Bäumen, Tottori, 20 November 2024

Vor der Glücksglocke, Tottori, 20 November 2024

Die Glücksglocke, Tottori, 20 November 2024

Bevor ich das Gelände des Museums endgültig verließ, entdeckte ich noch einen Souvenirshop, in dem ich mir eine kleine Glasflasche mit Sand aus den Tottori-Dünen kaufte – und für meine japanischen Freunde sogenannte Tottori-Sandschokolade. Es war das erste Mal während meines Japan-Aufenthaltes, dass ich mir so viele Souvenirs in Ruhe ansah und durch die Regale schlenderte.

Nach ein paar entspannten Runden durch den Laden war es dann soweit – ich machte mich wieder auf den Weg. Und dieser sollte nicht nur lang, sondern stellenweise auch ziemlich abenteuerlich werden…


Die Tottori Odyssee - Von den Dünen zu den Schlossruinen zu Fuß

Nach meinem Besuch der Dünen und des Sandmuseums beschloss ich, zurück in die Stadt zu laufen. Den Bus wollte ich diesmal meiden – zu präsent war mir noch das leicht stressige Gefühl von der Hinfahrt, bei der mich die Sorge beschäftigte, ob ich richtig bezahlen konnte. Rückblickend würde ich heute vermutlich doch wieder den Bus nehmen – aber ich bereue es keineswegs, damals in Tottori gelaufen zu sein.

Sicherlich wäre ich mit dem Bus deutlich schneller zurück am Bahnhof gewesen, vermutlich in nur zwanzig Minuten. Aber dann wäre mir Tottori auch ganz anders in Erinnerung geblieben – weniger als persönliches Abenteuer, sondern eher als schnelles „Abhaken“ eines Reiseziels. So aber sollte es ein langes, eindrucksvolles Kapitel meines Aufenthalts werden.

Google Maps sagte: etwa anderthalb Stunden bis zu den Schlossruinen. Nicht gerade kurz, aber es war erst kurz nach zwei, und ich hatte mir für diesen Tag – außer Dünen, Museum und Schloss – nichts weiter vorgenommen. Warum also nicht?

Ich lief also los, entlang einer breiten Landstraße, die von den Dünen Richtung Innenstadt führte. Bald begegnete mir ein Verkehrsschild: „Tottori – 4 km“. Bis zu meinem Ziel sollte es allerdings noch ein Stück weiter sein. Zur Linken entdeckte ich einen Weg, der durch ein weißes Torii-Tor führte – nur um direkt in einer Baustelle zu enden.

Ich blieb auf dem Bürgersteig, steckte mir Kopfhörer in die Ohren und ließ mich von Musik begleiten, während ich weiterlief. Nach einer Weile zeigte mir Google Maps an, dass sich ganz in der Nähe ein Schrein befinden würde: der Gokoku-Schrein. Kurzerhand beschloss ich, dort vorbeizuschauen – er lag ja mehr oder weniger auf dem Weg.

Ich überquerte eine Straße an der nächsten Ampel und bog rechts in eine kleinere Straße ein, die bald etwas hügeliger wurde. Kaum Menschen, nur ab und zu ein Auto. Dann stieß ich auf eine Gruppe von Statuen – jede stellte einen alten Mann mit einem jeweils anders geformten Hut dar. Einer hielt lächelnd einen Fisch in der Hand, ein anderer einen Wanderstock. Die Figuren wirkten freundlich und leicht verschroben, fast wie aus einem Kinderbuch.

Kurz darauf erreichte ich das Torii des Gokoku-Schreins. Ich betrat das Gelände – ein eher schlicht gehaltener Schrein, ohne rote Torii-Reihen oder Inari-Füchse. Trotzdem hatte der Ort seine eigene ruhige Atmosphäre. Ich verweilte ein paar Minuten, warf noch einen letzten Blick auf das Meer und die Sanddünen, die man von hier aus sehen konnte, und machte mich dann auf den Rückweg zur Landstraße.

Ein Torii auf dem Weg, Tottori, 20 November 2024
 
Wegweiser (4 km bis Tottori), 20 November 2024

Grüne Landschaften, Tottori, 20 November 2024

Statuen in der Nähe des Gokoku-Schreins, Tottori, 20 November 2024

Gokoku-Schrein, Tottori, 20 November 2024

Gokoku-Schrein, Tottori, 20 November 2024

Gokoku-Schrein, Tottori, 20 November 2024

Blick auf die Dünen und das Meer, Tottori, 20 November 2024

Innenstadt aus der Ferne, Tottori, 20 November 2024

Bald darauf näherte ich mich einem Tunnel. Da nichts auf ein Betretungsverbot für Fußgänger hinwies, lief ich weiter. Der Tunnel war mehrere Hundert Meter lang – möglicherweise das erste Mal in meinem Leben, dass ich zu Fuß durch einen Autotunnel lief. Es gab aber einen separaten Gehweg, sodass es kein Problem war, hindurchzugehen.

Direkt nach dem Tunnel wurde der bis dahin eher gerade Weg zu einer Linkskurve, und nach einigen Hundert Metern konnte ich rechts – auf der gegenüberliegenden Seite – bereits die Innenstadt von Tottori aus der Ferne sehen.

Ich folgte der Landstraße, die bald von einer langen Linkskurve in eine – wenn auch nicht sehr scharfe – Rechtskurve überging. Ich merkte, dass ich der Stadt nun zunehmend näherkam. An einer Kreuzung begegnete mir eine Gruppe von chūgakusei (Schülerinnen und Schüler der japanischen Mittelschule) oder kōkōsei (der Oberschule) – genau konnte ich es nicht sagen, und ich machte mir auch keine großen Gedanken darüber. Zu meiner Überraschung begrüßte mich die Gruppe auf Englisch mit einem fröhlichen „Hello“. Ich antwortete lächelnd mit einem „Konnichiwa“ und setzte meinen Weg fort. Interessant, dachte ich mir – vielleicht hatten sie heute Englischunterricht gehabt und wollten nun auf dem Nachhauseweg einem Nicht-Japaner ihre Kenntnisse präsentieren.

Doch schon bald begegnete mir eine weitere Schülergruppe, die mich ebenfalls grüßte. Auch ihnen erwiderte ich freundlich den Gruß. Unterwegs fiel mir auf, dass ich seit den Dünen keine Hinweise mehr auf Tourismus oder touristische Infrastruktur gesehen hatte. Auch die meisten Informationsschilder (Verkehrsschilder und Wegweiser natürlich ausgenommen) waren nur noch auf Japanisch. Da beschlich mich langsam das Gefühl, dass ich mit meinem europäischen Aussehen in dieser Gegend deutlich herausstach. Schließlich war das hier nicht Osaka, nicht Kyoto, nicht Tokyo oder eine andere Großstadt – es war Tottori, eine mittelgroße Stadt in der japanischen Provinz, die teilweise ein echtes Inaka-Gefühl vermittelte, wie ich auf meinem Weg feststellte.

Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, führte mich Google Maps zusätzlich durch das ruhige Wohnviertel Yutokorochō, das fast ausschließlich aus Einfamilienhäusern bestand. In solch einer Umgebung fiel ich natürlich noch mehr auf. Es musste schon ein merkwürdiger Anblick für die Einheimischen gewesen sein – ein europäisch aussehender Fremder, der mit dem Smartphone in der Hand durch die Wohnviertel Tottoris spaziert, ganz weit entfernt von jeglicher Touristenroute. Ob sie sich wohl gefragt haben: „Hat der sich etwa verlaufen?“

Dann kam mir ein Gedanke, der mich etwas nervös werden ließ: Was, wenn rein zufällig hier in der Umgebung irgendetwas passiert – und sich die Leute dann plötzlich daran erinnern, dass sie einen Fremden vorbeilaufen gesehen haben?

Bald begegnete mir noch eine Schülergruppe, die mich ebenfalls begrüßte. Ich blieb weiterhin freundlich, wurde innerlich jedoch zunehmend nervöser. Denn ich erinnerte mich daran, einmal gehört zu haben, dass japanische Jugendliche manchmal ziemlich unberechenbar sein können.

Der Höhepunkt meiner Nervosität kam schließlich, als ich in einer ruhigen Straße mit Einfamilienhäusern unterwegs war. In der Ferne war auch eine Schule zu sehen. Eine weitere Schülergruppe näherte sich, und ich glaubte, aus ihrer Richtung ein lautes Rufen zu hören: „Oy! Kimi!“ („Hey! Du!“). Ich war mir nicht sicher, ob ich es richtig verstanden hatte – und wenn ja, ob es überhaupt mir galt. Ich versuchte, den direkten Blickkontakt zu vermeiden und beschloss, es einfach durchzuziehen. Als wir schließlich aneinander vorbeiliefen, begrüßte mich die Gruppe ganz normal. Ich antwortete mit einem etwas nervösen Lächeln: „Konnichiwa“. Zum Glück verlief alles problemlos, und ich konnte meinen Weg erleichtert fortsetzen. Das sollte auch die letzte Schülergruppe auf diesem Weg gewesen sein. Zwar begegnete ich später noch einzelnen Jugendlichen und Kindern in Schuluniform, doch die meisten liefen allein. Manche schauten mich zwar kurz überrascht an, sagten aber nichts, während wir aneinander vorbeigingen.

Schon bald näherte ich mich meinem Ziel. Ich befand mich wieder in der Nähe einer größeren Straße und eines Flusses. Mein Weg führte mich über eine kleine Brücke, danach bog ich nach rechts ab. Kurz darauf erblickte ich ein westlich anmutendes Gebäude, das wie eine große Villa wirkte – umgeben von typisch japanischen Bäumen. Dahinter konnte man außerdem einen gepflegten japanischen Garten erkennen. Später fand ich heraus, dass es sich bei diesem Gebäude um den Jinpūkaku handelte – eine Residenz aus der Meiji-Zeit, die Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem vom späteren Taishō-Kaiser genutzt wurde.

Von Jinpūkaku aus konnte ich bereits die Ruinen des Schlosses sehen. Nachdem ich mich kurz im japanischen Garten hinter der Residenz umgeschaut hatte, machte ich mich schließlich auf den Weg zum Ziel meiner langen Odyssee: den Schlossruinen. Dabei stellte ich jedoch fest, dass mir nicht mehr allzu viel Zeit blieb – es war nur noch etwas über eine halbe Stunde bis zur Schließung.

Ich begann den Hügel zu erklimmen. Nach dem zweistündigen Spaziergang von den Dünen war das besonders anstrengend. Unterwegs sah ich die Überreste der steinernen Mauern, hinter denen sich ein bewaldetes Gebiet erstreckte. Einige Jogger kamen mir aus dem Wald entgegen, verschwanden wenig später aber wieder zwischen den Bäumen. Auch das erste Herbstlaub war hier bereits deutlich zu sehen – eine schöne Mischung aus grün, gelb und rot, die dem Weg eine fast meditative Stimmung verlieh.

Oben angekommen, wurde ich mit einem weiten Ausblick auf die Stadt Tottori und die dahinterliegenden Berge belohnt. Die Nachmittagssonne lag über der Stadt, die von hier oben wie eine ruhige, mittelgroße Provinzstadt wirkte – ein wenig industriell geprägt, mit ein paar nicht allzu hohen Hochhäusern, die sich aber kaum in den Vordergrund drängten. Die Sanddünen waren von hier nicht mehr zu sehen; sie lagen in einer anderen Richtung und wurden von den umliegenden Bergen verdeckt.

Ich sah mich etwas um und entdeckte einen kleinen Schrein mit einem roten hölzernen Torii-Tor. Abgesehen davon: alte Steinmauern, herbstlicher Wald – und der Blick auf die Stadt. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir jedoch, dass ich mich auf den Rückweg machen sollte. Nur noch etwa zehn Minuten blieben bis zur Schließung. Zum Glück erreichte ich rechtzeitig den Ausgang – auch wenn ich kurz den falschen Weg nahm, schaffte ich es noch, das Gelände rechtzeitig zu verlassen.

Auf dem Weg zu den Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

In der Nähe von den Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

Jinpūkaku, Tottori, 20 November 2024

Japanischer Garten hinter Jinpūkaku, Tottori, 20 November 2024

Japanischer Garten hinter Jinpūkaku, Tottori, 20 November 2024

Blick auf die Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

Beim Besteigen der Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

Blick auf Tottori von den Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

Ein kleiner Schrein bei den Schlossruinen, Tottori, 20 November 2024

Zurück zum Hotel und das Abendessen

Ich überquerte den Fluss und hatte noch einmal einen schönen Blick auf die Burgruine und die umliegende Natur. Schon während meines Spaziergangs durch Tottori war mir immer wieder aufgefallen, wie schön die Landschaft rund um die Stadt ist. Vor meiner Reise hatte ich auf Fotos bereits einen eher industriellen Eindruck von Tottori gewonnen – diesen Vibe gab es durchaus, aber er war wesentlich schwächer ausgeprägt, als ich erwartet hatte. Und womit ich kaum gerechnet hatte: die Natur in und um Tottori war wirklich beeindruckend.

Vielleicht lag es auch am späten November – das verfärbte Herbstlaub machte die Landschaft besonders reizvoll. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Gegend auch zur Kirschblüte im Frühling sehr schön aussieht.

Ich ging weiter und blickte immer wieder zurück zur Burgruine, bevor ich schließlich in eine andere Straße einbog. Obwohl diese relativ breit war, war sie fast menschenleer. Hin und wieder begegneten mir ein paar Schülerinnen und Schüler, vereinzelt auch Erwachsene, aber insgesamt wirkte die Stadt ruhig und gelassen – ganz anders als das lebhafte Zentrum von Osaka. Aber das war keineswegs negativ. Unterwegs kam ich an mehreren traditionellen japanischen Einkaufsstraßen vorbei, sah einen kleinen Fluss und immer wieder in der Ferne die Berge.

Langsam machte ich mir Gedanken über mein Abendessen. Bei der Recherche stellte sich heraus, dass Tottori unter anderem für Gerichte mit Meeresfrüchten bekannt ist. Ich überlegte, ob ich nach einer kurzen Pause im Hotel noch einmal in die Stadt gehen sollte, um etwas davon zu probieren.

Als ich schließlich im Hotel ankam, gönnte ich mir zuerst eine heiße Dusche – zum einen, um mich nach dem langen Fußmarsch etwas aufzuwärmen, zum anderen, um den Sand von meinen Füßen loszuwerden. Danach legte ich mich kurz aufs Bett – und spürte ziemlich schnell, dass ich nach diesem Tottori-Marathon keine große Lust mehr hatte, nochmal loszuziehen. Höchstens vielleicht ein kurzer Gang zum Kombini. Aber warum eigentlich nicht wieder ins Hotelrestaurant „Akari“, in dem ich bereits am Abend zuvor gut gegessen hatte?

Gesagt, getan. Ich bestellte mir wieder einen Coke High und überlegte kurz, ob ich diesmal eine Krabbe bestellen sollte – Tottori ist schließlich dafür berühmt. Doch da ich mir nicht sicher war, ob ich sie alleine richtig essen kann (ganz zu schweigen vom Schälen), entschied ich mich für ein Kaisen-Don – ein Reisschüsselgericht mit gekochten Meeresfrüchten. Meine Variante bestand aus großen Garnelen, Tintenfisch, Austern, etwas Gemüse und natürlich Reis. Es sah zunächst nach einer recht großen Portion aus, aber ich hatte keine Mühe, sie aufzuessen. Es war lecker, und ich war hungrig – das perfekte Abendessen nach einem langen Reisetag.

Auch das Restaurantpersonal war sehr freundlich, was mir zusätzlich ein gutes Gefühl gab. Ich hatte hier nicht das Gefühl, mit Vorsicht betrachtet oder gar gemieden zu werden – ganz im Gegenteil. Was mich außerdem freute: Man sprach mit mir ganz selbstverständlich auf Japanisch. Ich finde es immer ein wenig unangenehm, wenn ich auf Japanisch anfange und mir dann trotzdem auf Englisch geantwortet wird.

Nach dem Essen ging ich noch einmal kurz zum Kombini, kaufte ein paar Snacks, trank im Zimmer noch Tee, sah ein paar Videos – und irgendwann nach Mitternacht schlief ich ein.

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Osaka.

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Tottori, 20 November 2024

Mein Abendessen; Ein Kaisen-Don nach Tottori Art, Tottori 20 November 2024

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Tottori ist zu empfehlen, wenn:

  • man Japan von einer etwas anderen, weniger touristischen Seite kennenlernen möchte – abseits von Tempeln, Schreinen und Großstadttrubel

  • man bewusst einen Ort sucht, an dem man als Tourist noch eher eine Seltenheit ist

  • man sich nicht davor scheut, in eine Gegend zu reisen, in der man vielleicht auffällt – aber dadurch umso authentischere Eindrücke sammeln kann

  • man Sanddünen und das Meer mag – insbesondere in Kombination

  • man Freude an kreativen Ausstellungen wie Sandskulpturen hat

  • man Meeresfrüchte schätzt und gerne lokale Spezialitäten probiert


Ähnliche Städte (die ich auch besuchte):

Aomori
Eine vergleichbare Innenstadt mit klassischen japanischen Einkaufsstraßen, ebenfalls direkt am Meer gelegen. In beiden Städten ist Schnee keine Seltenheit (wobei Aomori deutlich schneereicher ist). Beide Orte sind eher ruhige, bodenständige Städte abseits der typischen Touristenpfade.

Matsue (Shimane)
Die Hauptstadt der Nachbarpräfektur Shimane liegt wie Tottori im San’in-Teil der Chūgoku-Region, direkt am Japanischen Meer. Auch hier ist der Tourismus überschaubar, und Meeresfrüchte spielen eine wichtige Rolle in der lokalen Küche.

Morioka (Iwate)
Ebenfalls eine Stadt mit überschaubarem Tourismus und einer entspannten Innenstadt. Morioka ist – ähnlich wie Tottori – umgeben von schönen Berglandschaften, vielleicht sogar noch ausgeprägter. Auch hier spürt man ein gewisses Inaka-Gefühl, das aber durchaus seinen Reiz hat.

Toyama
Liegt wie Tottori am Japanischen Meer und ist ebenfalls bekannt für Meeresfrüchte. Während Tottori mit dem Sandmuseum punktet, hat Toyama ein Glasmuseum – quasi eine kunstvolle Weiterverarbeitung des Sandes. Toyama steht im Schatten seiner prominenteren Nachbarstadt Kanazawa und wird touristisch oft übersehen.

Bonus: Hamamatsu (Shizuoka)
Zwar habe ich Hamamatsu (noch) nicht selbst besucht, aber ich weiß, dass dort wie in Tottori beeindruckende Dünenlandschaften zu finden sind. Tatsächlich wurde der Filmklassiker Die Frau in den Dünen dort gedreht – ein interessantes Gegenstück zur Dünenlandschaft von Tottori.

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