Dieser Artikel basiert auf einem Kapitel aus meinem Oregu's Japan Starter Kit 2026. Dieses Starter Kit ist geeignet für alle, die zum ersten Mal nach Japan reisen, in Japan studieren, oder dort leben und arbeiten möchten.
Typische Fehler beim ersten Mal in Japan
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Zu viel in zu wenig Zeit einplanen:
Um einen guten Eindruck von einzelnen Städten zu bekommen, empfehle ich, mindestens 2–3 Tage pro Stadt einzuplanen. Entscheidet man sich für Metropolen wie Tokyo oder Osaka, macht es Sinn, noch länger zu bleiben. In der Zeit, die man dort verbringt, kann man sich auch die umliegenden Präfekturen und Städte anschauen. Es lohnt sich, mehr Zeit einzuplanen, um tiefer in die Städte und ihre Atmosphäre einzutauchen.
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Nur Tokyo, Kyoto und Osaka einplanen und den Rest des Landes vergessen:
Es ist verständlich, dass man besonders beim ersten Besuch diese Städte sehen möchte. Doch wenn man etwas mehr Zeit zum Reisen hat – warum nicht auch andere Regionen Japans erkunden? Wie wäre es mit einem Abstecher in die Tōhoku-Region oder einem mehrtägigen Shikoku-Trip? Auch die Regionen Chūbu und Chūgoku verbergen viele „Hidden Gems“, die von Touristen oft übersehen werden.
Wem Zeit und Budget etwas zu knapp sind, um in weiter entfernte Regionen zu reisen, dem empfehle ich, die Umgebung von Tokyo, Kyoto und Osaka zu erkunden. Von Tokyo kommt man beispielsweise leicht nach Nikko, Kamakura oder Yokohama. Kyoto und Osaka liegen nah beieinander in der Kansai-Region, die weit mehr zu bieten hat. Da gäbe es etwa Kobe, Wakayama, Ōtsu, Hikone oder die Awaji-Insel, die ein echter Geheimtipp ist.
Man sollte wirklich das Beste aus der ersten Japan-Erfahrung machen. Als ich 2019 das erste Mal nach Japan kam und dort zwei Wochen verbrachte, besuchte ich sechs Städte in fünf Präfekturen: Tokyo, Kamakura (Kanagawa), Kyoto, Osaka, Himeji (Hyōgo) und Kobe (Hyōgo).
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Verhalten im Zug, U-Bahn etc.:
Dass es in japanischen Zügen ruhig ist, ist ein bekannter Fakt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass jemand laut telefoniert – oder noch schlimmer: Musik ohne Kopfhörer abspielt. Das gilt als grober Verstoß gegen den alltäglichen japanischen Knigge. Man macht sich damit nicht nur unbeliebt, sondern hinterlässt im schlimmsten Fall auch einen schlechten Eindruck von Ausländern allgemein.
In japanischen Zügen sollte man sich ruhig verhalten; wenn man spricht oder telefoniert, dann leise. In vielen Zügen wird Telefonieren sogar ganz vermieden. Ist der Waggon voll, gilt es als guter Ton, den Rucksack vorne zu tragen.
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Im Bus falsch ein- oder aussteigen:
Ich gebe zu: Diesen Fehler habe ich bei meiner ersten Japan-Reise auch gemacht. Als ich in Tokyo mit dem Bus fuhr, konnte man – ähnlich wie in Deutschland – in der Mitte aussteigen. Doch in Kyoto und anderen Städten war es anders geregelt. Dort bin ich beinahe falsch ausgestiegen, wurde jedoch sowohl von Einheimischen als auch von erfahreneren Touristen darauf hingewiesen, wie es richtig funktioniert. Es war mir etwas peinlich – daher soll meinen Leserinnen und Lesern derselbe Fehler erspart bleiben.
Grundsätzlich sollte man sich darauf einstellen, hinten oder in der Mitte einzusteigen und vorne beim Fahrer auszusteigen. Außerdem steht man in Japan im Bus erst dann auf, wenn das Fahrzeug vollständig hält. Während der Fahrt aufzustehen und durch den Bus zu laufen gilt als gefährlich – und man wird unter Umständen darauf hingewiesen.
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In den falschen Waggon einsteigen:
Auch dieser Fehler ist mir tatsächlich schon passiert. Während lokale Züge wie Local oder Kyūko normalerweise keine Reservierung benötigen und man in jeden beliebigen Waggon (außer als Mann in einen Frauenwaggon) einsteigen kann, ist es bei Shinkansen und den meisten Limited-Express-Zügen anders. Dort gibt es reservierungsfreie Waggons (自由席 jiyūseki) und Waggons mit Sitzreservierung (指定席 shiteiseki). Zusätzlich existieren die sogenannten Green Cars – das entspricht der First Class.
Mein Fehler war, dass ich mit einem Ticket ohne Sitzreservierung einen Platz in einem reservierungspflichtigen Waggon belegte. Schnell wurde ich vom Zugpersonal darauf aufmerksam gemacht – ich vermute, dass die Mitarbeitenden genau wissen, welche Sitze ab welchem Abschnitt gebucht sind. Also wechselte ich in einen reservierungsfreien Waggon. Später lernte ich, dass man die Informationen zu den einzelnen Waggons auf den Anzeigen am Gleis ablesen kann.
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Das Geld an Spielzeugautomaten verzocken:
Außer man reist mit dem festen Ziel nach Japan, möglichst viele Spielzeuge mitzubringen, sollte man aufpassen, sich nicht zu sehr von den sogenannten Gacha-Gacha verführen zu lassen. Gacha-Gacha bieten eine enorme Auswahl: kleine Figuren populärer Charaktere, Miniatur-Züge, Fahrzeuge, J-Pop- und K-Pop-Idol-Accessoires – sogar Mini-Sashimi habe ich schon gesehen. Man wirft eine Münze ein und hofft auf ein bestimmtes Motiv. Kommt es nicht heraus, probiert man es noch einmal … und noch einmal … bis man das Gewünschte erhält. Neben Gacha-Gacha gibt es überall sogenannte Crane Games (Greifautomaten). Während man bei Gacha-Gacha immerhin garantiert etwas bekommt, braucht man bei Crane Games Geschick – und viel Glück.
Der YouTuber ein Holzkopf erzählte in einem Animationsvideo über seine Japan-Reise, dass er an einem solchen Automaten nicht wenig Geld verlor. Eine thailändische Kommilitonin an der Uni Osaka berichtete mir außerdem, dass sie kaum reiste, weil sie einen Großteil ihres Budgets in Gacha-Gacha-Automaten ließ.
Man sieht also: Japanische Spielzeugautomaten – ob Gacha-Gacha oder Crane Games – können echte Geldfallen sein.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat und du noch mehr solche Tipps möchtest - der vollständige Guide wartet auf dich hier.

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