10 Dinge die ich an Japan liebe (Und in Deutschland vermissen werde) (#4)

Zu dem Zeitpunkt, wenn ich diesen Beitrag zu schreiben beginne, bleiben mir voraussichtlich nur noch 94 Tage, bevor ich nach Deutschland zurückkehren muss. Ich sitze im Zug von Osaka nach Tsuruga, wo ich dann in den Tokkyu (Limited Express) nach Toyama umsteigen werde, mein nächstes Reiseziel. Meine Zeit wird mit jedem Tag begrenzter und ich weiß genau, dass ich mich nach meiner Rückkehr nach Deutschland zwar anfänglich freuen werde, nach 1 Jahr meine Familie und meine Freunde wieder zu treffen; doch spätestens, wenn im Oktober meine alte Alltagsroutine in Deutschland zurückkehren wird, werde ich mich wieder nach Japan sehnen und nach vielen Dingen, die für mich hier Alltag waren, in Deutschland aber leider gar nicht existieren oder nur sehr selten sind. Ich blicke also zurück auf meinen bisherigen Aufenthalt in Japan und erinnere mich an 10 Dinge, die ich an Japan liebe und noch genießen kann, in Deutschland jedoch schnell zu vermissen beginne.

1. Höflichkeit und Respekt

Fangen wir mit dem wohl Offensichtlichsten an. In Japan wird einem so ziemlich überall Respekt entgegengebracht. Und wenn man selbst den Anderen diesen Respekt gegenüber zeigt, kann man in 95% der Fälle sicher sein, dass man diesen wieder zurückbekommt. Sei es eine höfliche Frage auf Japanisch bei einem Bahnhofmitarbeiter nach dem richtigen Gleis, eine höfliche Bestellung bei Starbucks oder einem anderen Café. Ich merke aber auch zum Beispiel, dass, wenn ich mit meiner Freundin oder meinen japanischen Bekannten und Freunden auf Japanisch spreche, viel häufiger „Danke“ und „Bitte“ verwendet werden. Wenn ich jemandem von meiner Verletzung erzähle (bei einer Niigata-Reise im April habe ich mir übel meinen linken Fuß verdreht), kommt sofort ein besorgtes Daijobu?, mit dem gleichzeitig "Ist es okay?", "Ist es kein Problem?", "Geht es dir gut?" ausgedrückt wird. Manch einer mag sagen, das sei gar kein „echter“ Respekt, weil die Menschen in Japan das aus Erziehung oder sozialer Pflicht heraus sagen. Mag sein — aber gerade das trägt ebenso viel zur guten Gesprächsatmosphäre bei und gibt das Gefühl, als wäre man seinem Gegenüber eben nicht gleichgültig.

Ich bin kein Mensch, dem es wichtig ist, stets höflich angesprochen zu werden. Daher bitte ich meine japanischen Bekannten (vor allem, wenn sie gleichalt oder jünger sind), mich beim Vornamen anzusprechen, statt beim Nachnamen — etwas, das in Japan eigentlich erst kommt, wenn man sich besser kennt. Und japanische Freunde, die Deutsch lernen und mit mir Deutsch sprechen, korrigiere ich, wenn sie mich mit "Sie" ansprechen und bitte sie, "Du" zu benutzen. 

Aber um den Kontrast deutlich zu machen, muss ich kurz etwas aus Deutschland berichten, das für mich undenkbar gewesen wäre in Japan. Letztes Jahr waren meine Eltern, mein kleiner Bruder, meine Großmutter und ich zum Abschluss einer Kreuzfahrt in Hamburg in einem Restaurant der Kette Schweinske (eine Kette mit der ich in der Vergangenheit eigentlich gute Erfahrungen hatte und das Essen dort war auch super). Die Kellnerin — mittleren Alters — duzte uns alle. Ich hätte es vielleicht nachvollziehen können, wenn sie mich und meinen Bruder als etwas Jüngere geduzt hätte, aber sie duzte ebenso meine Eltern und sogar meine Großmutter. Und als mein Vater kein Trinkgeld gab, wurde sie sogar etwas ungehalten und deutete an, „andere würden hier doch etwas dalassen“, doch mein Vater ignorierte dies. Ein solches Verhalten wäre in Japan undenkbar. Denn in Japan wird man als Gast und Kunde stets mit Keigo (Sprache mit höherem Höflichkeitslevel) angesprochen. Von Trinkgeld spricht auch keiner, weil man es in Japan nicht macht. Ich hätte aber durchaus kein Problem, netten japanischen Kellnern bzw. Kellnerinnen etwas Trinkgeld dazulassen. 

2. Kombini

Eine weitere, vielleicht gar keine besonders überraschende Sache — aber muss ich sie trotzdem erwähnen. Kombini heißen schließlich nicht umsonst so. Das Wort „Kombini“ kommt von convenience store, wobei „convenience“ für etwas Praktisches und Bequemes steht — und das beschreibt japanische Kombini wirklich perfekt!

Dort gibt es nicht nur zahlreiche Snacks, Getränke und Fertiggericht-Bento, die man sich auf Wunsch direkt warm machen lassen kann, sondern auch Hygieneartikel, Zeitschriften und manchmal sogar kleine Kleidungsstücke wie Socken. Man kann im Kombini Geld abheben (als Nutzer einer Wise-Karte war ich zum Beispiel unglaublich froh, dort problemlos Bargeld von meinem deutschen Konto holen zu können, weil das zum Teil an anderen Orten, etwa am Kansai-Flughafen, gar nicht funktionierte), etwas ausdrucken oder sogar Rechnungen bezahlen.

Aber das Beste kommt zum Schluss: Kombini haben 24 Stunden geöffnet! So ist es für mich zur Gewohnheit geworden, kurz vor dem Schlafengehen zum nächsten Kombini spaziert und dort zum Beispiel einen warmen Jasmin-Tee oder Hojicha (gerösteten Grüntee) kaufe — manchmal vielleicht mit etwas Süßem als kleiner Snack. 

Oder wenn ich verreise, und so wie heute auch, relativ spät am Ziel ankommen werde, muss ich mir keine Sorgen machen, dass ich hungrig bleibe, falls die Restaurants schon geschlossen sein sollten. Denn ich kann zum nächsten Kombini gehen und dann in Ruhe im Hotel spätes Abendessen genießen.

3. Reisen innerhalb Japans

Wo ich schon beim Thema Reisen bin: Ich liebe das Reisen innerhalb Japans! Und damit meine ich nicht nur Reisen in die berühmten Städte Tokyo oder Kyoto. Mit Toyama, das ich gerade besuche, bin ich inzwischen in meiner 27. Präfektur — und das sagt schon viel darüber aus, wie gerne ich in Japan unterwegs bin und die verschiedensten Ort besuche. Ich werde es zwar leider in den verbleibenden 94 Tagen höchstwahrscheinlich nicht schaffen, alle 47 Präfekturen Japans zu bereisen, aber etwas über 30 sind durchaus realistisch.

Was ich am Reisen in Japan besonders mag, ist, dass jedes Ziel etwas Einzigartiges hat — seien es regionale Spezialitäten, besondere Orte, schöne Ausblicke oder etwas anderes. Ich finde außerdem, dass japanische Bahnhöfe — gerade in mittelgroßen oder etwas größeren Städten — selbst schon eine Sehenswürdigkeit für sich sind. Dort gibt es oft zahlreiche regionale Souvenirs, manchmal sogar Restaurants mit lokalen Gerichten, Sake-Bars (etwa in Niigata) oder Wein-Bars (wie in Kofu in der Präfektur Yamanashi).
Bahnhöfe in diesen Orten sind nicht überfüllt, daher kann man den Aufenthalt dort richtig genießen — und bei schlechtem Wetter sogar den halben Tag dort verbringen (das ist keine Übertreibung, denn an meinem zweiten Tag in Kofu hat es in Strömen geregnet).

Jedes Mal, wenn man mit dem Zug ankommt, hat jeder Bahnhof seinen eigenen Jingle, der beim Einfahren oder kurz vor der Abfahrt gespielt wird. Das sind zwar Kleinigkeiten, aber gerade sie machen das Reisen aufregend; weil man nie weiß, welchen Klang, welchen Ort man als Nächstes entdeckt.
Als ich zum Beispiel in Matsumoto in der Präfektur Nagano ankam, wurde ich mit einem lauten „Matsumotoooo, Matsumotoooo, Matsumotoooo“ begrüßt. Wenn man aussteigt, wird der Name des Bahnhofs normalerweise 2–3 Mal ausgerufen — aber in Matsumoto wurde er besonders langgezogen, was ich irgendwie lustig fand.

Über meine Reiseerfahrungen in Japan werde ich sicherlich noch viele Beiträge veröffentlichenhier schon mal als kleiner Vorgeschmack.

4. Japanische Sprache

Natürlich darf auch die Sprache nicht fehlen. In meinem Jahr in Japan habe ich mich an die japanische Sprache überall gewöhnt. Es gibt immer noch viele Dinge, die ich nicht so gut verstehe (Mein nächstes sprachliches Ziel ist JLPT N2) und im Unterricht der Japanischen Didaktik (auf Japanisch!) empfinde ich manchmal Gefühl von Frustration, wenn ich als einziger etwas nicht so gut verstehe, wenn die Sensei pädagogische Methoden erklärt. Doch kann so eine Kleinigkeit meine jahrelange Liebe zu der japanischen Sprache natürlich nicht ruinieren. Und spätestens, wenn ich einen Tag später mit meiner Freundin Japanisch spreche, genieße ich diese Sprache voll und ganz wieder.  

Ich habe lange Zeit davon geträumt, in einem Umfeld zu sein, wo japanische Sprache gesprochen wird und nun bin ich mittendrin und genieße es und merke, je mehr Zeit vergeht, um so mehr Dinge beginne ich plötzlich bei Zug-oder Bahnhofsansagen zu verstehen. Oder aber auch, wenn ich bei Gelegenheit mal wieder japanisches Fernsehen schaue. 

Im Unterricht genieße ich es, mit Klassenkameraden Japanisch zu sprechen und manchmal sogar Präsentationen auf Japanisch zu machen (ok, nicht in allen Fächern, aber in einigen). Und Sprechen mit Muttersprachlern, wie meiner Freundin macht mir immer Spaß und ich werde nicht müde, wenn auch manchmal es Phasen gibt, wo mein Japanisch etwas verloren geht. 

In Deutschland werde ich die japanische Sprache im Alltag vermissen und mich freuen, wenn ich einem Muttersprachler oder Muttersprachlerin begegne. Aber auf eins kann ich mich auf jeden Fall dann freuen; nämlich auf die Telefonate mit meiner Freundin, die mit großer Sicherheit auf Japanisch laufen werden.

5. Niedlichkeit und Dinge die einen zum Lächeln bringen

In Japan liebt man alles Niedliche! Angefangen bei berühmten Figuren wie den Chiikawa-Charakteren, Kitty-chan (Hello Kitty) und den Sanrio-Maskottchen. Auch niedliche Figuren aus anderen Ländern sind hier beliebt, zum Beispiel Moomin aus Finnland, Snoopy von den Peanuts aus den USA oder Miffy aus den Niederlanden. Ich habe Miffy übrigens ebenfalls lieb gewonnen – nicht zuletzt, weil meine Freundin ein großer Miffy-Fan ist und wir beim Chatten in LINE gerne Miffy-Emojis benutzen.

Aber das ist längst nicht alles. Auch bei Süßigkeiten stößt man immer wieder auf niedliche Figuren und Maskottchen, zum Beispiel bei Gumi Da Yo (グミだよ), einer Haribo-ähnlichen Süßigkeit. Und wenn man beim Einkaufen im Kombini daran vorbeikommt, muss man beim Anblick dieser niedlichen Gummis automatisch lächeln. So etwas gibt es im japanischen Alltag an vielen Orten.

Es mag zwar nur eine Kleinigkeit sein, aber gerade solche kleinen Freuden machen das Leben hier etwas bunter und schöner.

Gumi Da Yo

Mochi in Form von Sanrio-Charakteren

Miffy-Tee und Kekse


6. Onsen

Ich muss zugeben, es hat anfangs etwas gedauert, bis ich mich traute, in einen Onsen zu steigen. Erst nach dreieinhalb Monaten meines Aufenthaltes in Japan, traute ich mich im Januar schließlich in Kanazawa in einem Hotel in einen Onsen zu gehen. Was mich davon abhielt, in den Onsen zu steigen, war die Tatsache, dass man diesen nur komplett nackt ohne jegliche Kleidung betreten kann. Doch schließlich traute ich mich, nicht zuletzt, weil ich mir dachte, dass es eine Verschwendung wäre, bei meinem Aufenthalt in Japan, Onsen für die Japan u.a. auch berühmt ist, nicht mindestens einmal zu erleben.

Besonders begeistert war ich dann bei meinen Onsen-Besuchen von dem sogenannten Rotemburo (露天風呂) — Onsen draußen. Und in Kanazawa, sowie später in Kofu hatte ich von dem Rotemburo aus eine großartige Sicht auf die nächtliche Stadt. Nach Kanazawa besuchte ich den berühmten Dogo Onsen in Matsuyama auf der Insel Shikoku, und später ging ich in die Onsen in den Hotels in Niigata und Kofu, sowie besuchte einen Onsen auf der Insel Awaji. Und mit jedem weiteren Onsen fand ich immer mehr Gefallen daran und hoffe, dass ich in der verbleibenden Zeit noch die Möglichkeit habe, einen Onsen zu besuchen.

Dogo Onsen in Matsuyama


7. Japanisches Essen

Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine japanischen Freunde in Deutschland erzählten, sie würden das japanische Essen dort vermissen. Und nun verstehe ich nur allzu gut, warum. Egal, ob Sushi, Domburi-Gerichte, Yakiniku, Takoyaki, Kaisen-Don mit Meeresfrüchten, Sanuki-Udon oder traditionelle japanische Süßigkeiten (Wagashi) — alles ist unglaublich lecker. Hinzu kommt, dass viele Regionen ihre eigenen lokalen Spezialitäten anbieten, die oft ebenso besonders wie schmackhaft sind.

In Japan ist man allerdings nicht nur gut in Washoku, also in traditioneller japanischer Küche — auch westliches Essen wird hier oft auf einem ausgesprochen hohen Niveau zubereitet.

Beim Thema Essen fasse ich mich hier aber etwas kürzer, da ich in zukünftigen Blogeinträgen noch viel ausführlicher darüber erzählen möchte.

Leider findet man in Deutschland nur wenige japanische Gerichte außer Sushi oder vielleicht Ramen, und wenn, sind sie in der Regel ziemlich teuer. Auch für Sushi muss man in Deutschland oft deutlich tiefer in die Tasche greifen.

8. Japanische Natur und Landschaften

Die japanische Natur und Landschaft sind ebenso vielfältig wie beeindruckend. Es wird vielleicht keinen überraschen, wenn ich sage, dass es in Japan viele Berge gibt — tatsächlich so viele, dass ich spontan keine Präfektur nennen könnte, von der aus man nicht zumindest aus der Ferne Berge sieht. Der berühmte Fuji-san mag der höchste und der berühmteste Berg Japans sein, doch gibt es einige Berge, die ihm durchaus ähnlich sehen. Zum Beispiel schickte ich meiner Freundin einmal, als ich in der Chūgoku-Region unterwegs war, ein Foto von einem Berg. Sie hielt ihn zunächst für den Fuji — tatsächlich handelte es sich jedoch um den Daisen (大山) in der Tottori-Präfektur.

Fujisan? Aber nein, es ist der Berg Daisen in der Tottori Präfektur

Eine Landschaft in Hiraizumi, Iwate Präfektur

Japanische Alpen, Yamanashi Präfektur

Aber auch das Meer in Japan ist wunderschön und vielseitig. Im Osten und Süden hat man den Pazifischen Ozean, im Westen und Norden das Japanische Meer. Beide haben ihre eigene Atmosphäre und ihren eigenen Charme. Ich glaube, das bisher schönste Meer, das ich in Japan gesehen habe, ist das Seto-Binnenmeer, das man zum Beispiel von Shikoku oder der Insel Awaji aus sehen kann. Der Sonnenuntergang über dem Seto-Binnenmeer auf Awaji war unvergesslich — aber davon erzähle ich später etwas ausführlicher. Auch das Japanische Meer hat etwas Besonderes; ich würde sagen, etwas fast Mysteriöses. Übrigens, in der Nähe von diesem befinde ich mich gerade, da ich diesen Beitrag gerade bei meinem Aufenthalt in Toyama schreibe. Auch die Seen in Japan sind sehenswert. Ich durfte zum Beispiel den Sonnenuntergang über dem Shinji-See in Matsue erleben — das war etwas ganz Besonderes. Ich habe außerdem gehört, das Meer in Okinawa soll ebenso beeindruckend sein. Ich habe bisher leider keine Gelegenheit gehabt, Okinawa zu sehen, aber das kommt vielleicht beim nächsten Japan-Aufenthalt.

Was die Jahreszeiten Japans betrifft, sie sind tatsächlich ausgeprägt und man kann alle vier, oder laut einem von meinen Professoren sogar fünf erleben, Laut ihm, gibt es in Japan neben Herbst, Winter, Frühjahr und Sommer noch eine fünfte Jahreszeit, nämlich Jigoku (Hölle). Und diese herrscht in Japan in August und September. Ich konnte bis jetzt alle erleben; naja, den Sommer mit der Hölle nur ein bisschen, aber ich glaube, dass ich schon bald diesen voll und ganz in seiner Intensität erleben werde. Im Herbst sieht man wunderschönen Herbstlaub. Wenn man in Japan richtigen Winter erleben möchte, empfehle ich die Tohoku-Region oder Hokkaido, wenn man die Möglichkeit hat, da in anderen, südlicheren Regionen Schnee eher selten zu sehen ist. Im Frühjahr sieht man die berühmten japanischen Sakura-Kirschblüten blühen. Die Sakura-Saison ist tatsächlich etwas kürzer als ich dachte. Maximal 2 Wochen, wenn es nicht gerade regnet. Meine persönlichen Jahreszeiten-Highlights, wo ich die jeweilige Jahreszeit richtig erleben konnte, waren bislang:

Herbst: Okayama/Kurashiki, Okayama Präfektur

Winter: Aomori, Aomori Präfektur

Frühling: Takamatsu, Kagawa Präfektur; Matsuyama, Ehime Präfektur (beide Präfekturen befinden sich auf der Insel Shikoku)

Sommer: noch nicht entschieden

9. Japanische Hotels

Wie schon erwähnt, bin ich während meines Aufenthalts in Japan viel gereist. Und natürlich gehört es da ebenso dazu, für jede Reise das passende Hotel auszuwählen — einen Ort, an dem man sich nach einem aufregenden Tag erholen kann. Ich muss allerdings gestehen, dass ich bisher so gut wie keine Erfahrungen mit Ryokan, den traditionellen japanischen Gasthäusern, sammeln durfte. Aber das muss gar kein Nachteil sein – vielleicht kommt das ja beim nächsten Mal.

Dafür durfte ich zahlreiche Hotels in Japan kennenlernen, in denen ich mich sofort wohlfühlte. Fast alle waren mit allem ausgestattet, was man für einen angenehmen Aufenthalt braucht: bequeme Zimmer, Yukata (oder T-Shirt und Hose) zum Wechseln, Kühlschrank, Wasserkocher und Haartrockner. Auch im Bad stehen in der Regel Shampoo, Duschgel, Conditioner und Einwegrasierer bereit. Sogar eine Zahnbürste mit Zahnpaste stehen einem zur Verfügung. Es ist also nicht schlimm, wenn man seine Hygiene-Sachen vergisst.

Einigen Hotels sind außerdem Onsen und Saunen angeschlossen; das sind oft Resort-Hotels. Ein Aufenthalt dort muss gar kein Vermögen kosten — für einen normalen Preis hat man so die Gelegenheit, abends im eigenen Hotel in den Onsen einzutauchen und den Tag ganz in Ruhe ausklingen zu lassen. Man muss allerdings damit rechnen, dass dieser Bereich manchmal etwas voller sein kann.

Ein weiterer Vorteil japanischer Hotels besteht in ihren fairen Preisen. Verglichen mit Deutschland sind viele Unterkünfte ausgesprochen günstig. Nur in großen Metropolen, insbesondere in Tokio, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen — dort liegen die Übernachtungskosten oft deutlich über dem landesweiten Durchschnitt.

10. Japanische Cafés und Restaurants

Aber nicht nur Hotels, sondern auch Cafés und Restaurants in Japan sind großartig. Es gibt die unterschiedlichsten Arten – von ausgefallenen Maid-Cafés und Tier-Cafés, für die Japan berühmt ist, bis hin zu ganz normalen Cafés, in denen man ebenso etwas Leckeres und eine angenehme Atmosphäre findet. Und das Beste daran: All das gibt es zu fairen Preisen. In meinem letzten Beitrag habe ich zum Beispiel von einigen Cafés und Restaurants in Osaka erzählt, die ich gerne mit meiner Freundin besuche.

Ob kleine, individuelle Cafés oder Ketten wie Vie De France oder Cafe Veloce — zum Frühstück oder Mittagessen hat man dort zahlreiche Leckereien zur Auswahl. Frische Sandwiches, Hot Dogs, Pizzas oder als Nachspeise Muffins, Matcha-Gebäck und anderes Süßes — für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Bei Restaurant-Ketten wie Saizeriya (italienische Gerichte) oder Hama Sushi kann man für etwa 2000 Yen (rund 12 Euro) schon richtig satt werden, ohne das Portemonnaie allzu stark zu belasten. Auch viele andere Ketten sind in der Regel günstig.

Ein bisschen teurer wird es, wenn man in Yakiniku-Restaurants geht — dort muss man für einen Besuch schon mal 7.000 Yen (etwa 40–45 Euro) ausgeben. Ein Mal im Monat ist das jedoch völlig in Ordnung.

Wenn ich jedoch an mein eigenes Leben in Deutschland zurückdenke, war ich froh, wenn ich vielleicht einmal im Monat auswärts essen gehen durfte. In Japan ist das mittlerweile fast jedes Wochenende problemlos drin.


Das waren die 10 Dinge, die ich an Japan liebe und nach meiner Rückkehr in Deutschland im Herbst höchstwahrscheinlich schnell vermissen werde. Natürlich gibt es noch viel mehr, aber das sind wohl die, die mir als Erstes in den Sinn kommen, wenn ich an Japan und meinen Aufenthalt hier denke. Selbstverständlich hat der Alltag in Japan auch seine Herausforderungen und einige Aspekte, von denen ich vielleicht kein Fan bin. Ich werde in einem anderen Beitrag bestimmt etwas ausführlicher darüber berichten.

Jetzt genieße ich erst einmal meinen Aufenthalt in Toyama und die verbleibenden 93 Tage in Japan, die ich noch habe.

Bis zum nächsten Beitrag — und noch ein schönes Wochenende!

Kommentare

  1. С удовольствием прочитали твой пост. Очень познавательно. Кроме того, интересно узнать о твоих мыслях и впечатлениях от пребывания в Японии. Мы гордимся тобой и рады, что у тебя получилось так хорошо познакомиться с этой уникальной страной и даже найти там себе девушку. Желаем тебе по максимуму использовать оставшееся время. И, конечно, с нетерпением будем ждать тебя дома, чтобы послушать рассказы о твоих приключениях за тысячи километров от дома...

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